Zur Projektion

das geweissnete, amphitheatralische Zimmer

ZimmerPlan

so hat Waiblinger den Raum beschrieben, der heute „Turm“ oder „Turmzimmer“ genannt wird. Doch die Assoziationen mit ‚Turm‘, wie Kerker, wehrhaft, dicke Mauern etc. gehen fehl.  Ein eingeschossiger Erkeranbau wurde aufgestockt und dann später ‚gerundet‘.

Im Grundriss ein halbes Achteck, auf der Bühne werden die eigentlich parallel gegenüberstehenden vorderen rechte und linke Wände nach außen gestellt, es entstehen 5 Projektionsflächen, die zentrale (grün) in der Mitte hinten mit Abmessungen von 3 x 3 mtr, die vorderen (cyan-blau) 2 mtr breit und 3 mtr hoch, die Zwischenflächen (magenta-rot) 3 mtr breit und 2 mtr hoch.

FlaechenBuehneDie rechts stehende Grafik zeigt oben die Aufsicht auf die Bühnenfläche (Farben sollen die Zuordnung der Projektionsflächen erleichtern, der wahre Bühnenboden ist schwarz). Die Figuren dienen der Anschauung der Größenverhaltnisse.

Im unteren Teil wird die Gesamtansicht der Projektionsflächen im vollständig ausgeklappten Zustand gezeigt, bzw. die 180º-Ansicht von der schwarzen Elipse aus gesehen.

 

 

 

Die folgende Animation ist mit einfachsten Mitteln erstellt und dient als ein anschauliches Beispiel, wie mit Bildern und Rhythmus in der Projektion gearbeitet werden kann. Die tatsächliche technische Realisation von Bildübergängen und dem „Wechsel der Bilder“: dynamisch, strukturierend, variantenreich und sehr fein abgestimmt mit Musik und Text.

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Auch diese Aufstellung ist denkbar. Die cyan-blauen Elemente werden parallel zur Bühnenrampe aufgeklappt und zeigen sich damit prominent am linken und rechten Bühnenrand.

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Und für die Aufführungsart „Hauskonzert“ verkleinert man die Maße auf 33%, und kann mit einem, drei oder fünf Bildschirmen von ca. 50“ Bildschirmdiagonale arbeiten, sodass eine Spielfläche von wenigen Metern bereits ausreicht.

Rezitator_mit_BG

 

Ästhetik

Das Konzept dieser ‚Bildschiene‘ muss noch entwickelt werden. In meiner Vorstellung bisher sind drei Gruppen: Abstrakt, Malerei, Foto/Video.

Abstrakt

Oben mit den farbigen Quadraten als Beispiel gezeigt. Flächen, Linien, Farbtöne etc. Die Möglichkeiten einer visuell rhythmischen Dynamik, aber auch die Einblendung von Worten, Text, Gedanken geben dem Denken beim Hören Steuerung.

Malerei

Ganz praktisch und doch wertvoll: Aus dem lizenzfreien Bestand einer Bildersammlung von 5500 ‚alten Meistern‘ wird zitiert. Großformatig, kombiniert, Räume, Welten, Zeiten erscheinen.

Foto/Video

Beispiele: Wanderung durch den Wald mit Blick auf die Füße und den Boden; Luftaufnahmen von Großstädten bei Nacht und Silvester (‚Deutschland von oben‘; mein Vorbild hierzu wäre am ehesten Koyaanisqatsi aus dem Jahre 1982.

 

Grund

Das Thema ‚Projektion‘ entstand aus der Befürchtung einer unaufhaltsamen unwiderruflichen Ermüdung durch visuelle Eintönigkeit bei 2 Stunden Worte von nur einem Menschen. Doch aus dieser Not wird eine Tugend, wenn es gelingt, den intellectualen und den gefühlten Teil der Rezeption von Beethoven und Hölderlin zu füttern. Wenn den Begriffen Griechenland, Mythos, Wein, Wetter etc. erhellende Steckbriefe beigegeben werden oder Assoziationsimpulse, dann fühlt sich niemand abgehängt, dann wird Schweres leichter. Es entsteht ein geistiges Gefüge.

Gleichzeitig hat dieser Abend ehrlich-heilige Momente. Dieser Grat wird gewandert, zwischen raffiniertem Hokuspokus namens Lyrik und lupenreiner, dynamischer und moderner Rezitation; dazu Beethoven und seine Sprache. Dazu Bilder.

 

 

Wird fortgesetzt …


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